« Journalismus-Verdrossenheit: »Entzauberung eines Berufs - Was die Deutschen vom Journalismus erwarten und wie sie enttäuscht werden« | Home | Procter & Gamble im PISA-Test. Ariel jetzt mit 10 Prozent mehr Inhalt. Leider auch mit 100ml weniger Waschmittel? »

Amir Kassaei plädiert für eine neue Ära der Substanz und Nachhaltigkeit

Von Claus Fritzsche | 22.Juni 2009

Die Welt am Sonntag fragte den in Teheran geborenen und mit 1.200 Preisen meistausgezeichneten Werber der Welt Amir Kassaei am vergangenen Wochenende, ob auch er vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise mit einem Gefühl der Angst leben würde. Kassaei antwortete geradezu salomonisch, dass er hervorragend findet, was derzeit passiert. Auch wenn die Krise nach seiner Einschätzung härter und länger dauern wird, als viele sich das heute vorstellen. Warum? Lesen Sie nachfolgend die Antwort von Amir Kassaei:



Amir Kassaei: Weil das, was wir erleben, eine überfällige Systemkrise ist. Gerade geht eine Ära zu Ende, die nicht von Substanz geprägt war, sondern von Schein, kurzfristigem Denken und Gewinnstreben. Es war höchste Zeit, dass das passiert.

Welt am Sonntag: Aber gerade diese Kurzfristigkeit, der Konsumwahn der Menschen, die immer neuen Produkte sind doch die Basis Ihres Geschäftsmodells.

Amir Kassaei: Das sehe ich anders. Wir leben davon, dass Firmen Produkte produzieren, die lange halten und das Leben der Menschen besser machen - und nicht davon, dass sie Produkte mit 22.000 Features produzieren, von denen 21.999 unnütz sind. Leider bieten heute 99 von 100 Produkten keinen Mehrwert mehr. Ich freue mich, dass die Leute das nicht mehr mitmachen wollen. Mir selbst geht das ja genauso: Wenn ich im Supermarkt 15 verschiedene Joghurtsorten sehe, denke ich: Wer, bitte schön, braucht all das?

Welt am Sonntag: Jede neue Joghurtsorte könnte Inhalt einer neuen Werbekampagne sein.

Amir Kassaei: Das mag sein, und ich bin ja auch kein Linksradikaler, der das Ende des Kapitalismus und der Marktwirtschaft fordert. Trotzdem will ich, dass wir uns wieder auf Produkte konzentrieren, die uns substanziell nach vorne bringen. Die Krise wird uns helfen, diesem Ziel näher zu kommen. Wir Menschen brauchen ja immer den Schuss vor den Bug, um uns wirklich zu ändern. Und eines schwöre ich Ihnen: Diese Krise wird lang und böse werden, und gerade in meiner Branche wird kaum ein Stein auf dem anderen bleiben.

Link zum vollständigen Interview der Welt am Sonntag

x

Home

Themen: Claus Fritzsche | add to mister wong |

Ein Kommentar to “Amir Kassaei plädiert für eine neue Ära der Substanz und Nachhaltigkeit”

  1. Torsten schreibt:
    3rd.September 2009 um 10:00

    Interessantes Interview!Ich bin mit ihm vollkommen einverstanden.Man muss von der Krise auch Vorteile rausholen,sonst wird es sehr schlimm.

Kommentare

  • Claus Fritzsche

    x Ich bin freier Texter und habe mich auf die Vermarktung erklärungsbedürftiger Produkte spezialisiert. Besuchen Sie meine Homepage und kontaktieren Sie mich, wenn Sie Experten-Zielgruppen überzeugen und gewinnen wollen.

    .

  • Stichworte

    Arbeitsproben B-to-B Beschwerdemanagement Business-Suchmaschinen Direktwerbung Englisch-Deutsch Fallbeispiele Gastbeiträge Geschäftsadressen Humor Integrierte Kommunikation Interne Kommunikation Journalismus KMU Kommunikation Kundenbindung Kundengewinnung Kundenzeitschriften Mailing Marketing-Konzept Marketing 2.0 Marketingtrends Nachhaltigkeit nützliche Hilfsmittel Pressearbeit Psychologie Rechtschreibung Responseverstärker stark texten Typografie Verkauf versteckte Botschaften Visualisierung Weblogs