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Franchising: Chancen, Risiken und worauf Existenzgründer achten sollten

Von Claus Fritzsche | 8.Juni 2008

Wer sich selbstständig machen und als Unternehmer eine eigene Existenz aufbauen will, für den kann »Franchising« eine sehr attraktive Option sein. Franchise-Nehmer kaufen das Nutzungsrecht an einem Geschäftsmodell. Sie profitieren in vielen Fällen von einer etablierten Marke wie z. B. McDonald’s oder Obi und einem in der Praxis erfolgreich erprobten Geschäftsmodell. Über 900 Franchise-Systeme sind in Deutschland aktiv. Der Franchise-Experte Johannes Schute rät Gründungswilligen allerdings, die Entscheidung für ein bestimmtes System sorgfältig vorzubereiten. Nach seiner Einschätzung gibt es 300 Franchise-Systeme, die nicht funktionieren. Ohne fachliche Prüfung besteht die Gefahr, dass Existenzgründer schnell 50.000 Euro und mehr sowie wertvolle Zeit verlieren. Ich befragte Johannes Schute, worauf angehende Franchise-Nehmer achten sollten.

Foto: Franchise-Experte Johannes Schute

Herr Schute, Analysten betrachten Franchising, d. h. die Vergabe von Nutzungsrechten an einem Geschäftsmodell, schon seit vielen Jahren als »die Vertriebsform der Zukunft«. Worauf sollten Existenzgründer achten, die von den Vorteilen eines Franchise- Systems profitieren wollen?

Johannes Schute: Franchising ist zunächst einmal für jene Gründer attraktiv, die sich von der Mentalität her als »Unternehmer« verstehen - gerne anpacken, etwas bewegen - jedoch ihre Stärke in den Bereichen Vertrieb und Service sehen.

Der Franchise-Geber kümmert sich um den Rest?

Johannes Schute: So ähnlich könnte man es ausdrücken. Wer Franchise-Nehmer wird, der ist Unternehmer und damit sein eigener Chef. Er kümmert sich in erster Linie um den Verkauf und die Zufriedenheit seiner Kunden. Der Franchise-Geber organisiert für ihn viele Aspekte, die er benötigt, um erfolgreich zu sein.

Zum Beispiel Werbung …

Johannes Schute: … ja, Werbung und eine Vielzahl weiterer Aufgaben, die von System zu System variieren können: zentraler Einkauf zu Großabnehmer-Konditionen, Markenbildung, Organisation, die Fertigung von exklusiven Produkten, Logistik und vieles andere mehr. Einer meiner Kunden, die Selbstbedienungs-Bäckerei BackWerk, prüft u. a. über 30 spezifische Standort- und Immobilieneignungskriterien für seine angehenden Partner. BackWerk prüft darüber hinaus die Mietverträge und unterstütz bei Mietverhandlungen. Der richtige Standort ist hier von existenzieller Bedeutung und das Know-how von BackWerk schützt Partner davor, teures Lehrgeld für den falschen Standort oder überhöhte Mieten zu zahlen.

Franchise-Nehmer genießen demnach die Vorzüge eines starken Netzwerks?

Johannes Schute: Genauso ist es. Franchising ist eine besonders effektive Form der Vernetzung unabhängiger Unternehmer, die ihre Stärken auf ein gemeinsames Ziel ausrichten. Die Systemzentrale übernimmt dabei mit ihren Spezialisten wichtige übergeordnete Aufgaben. Der Franchise-Nehmer erreicht, indem er sich auf den Verkauf konzentrieren kann, bessere Ergebnisse, als wenn er sich um alles kümmern müsste. Es gilt hier allerdings eine wichtige Einschränkung: Im Franchise-Markt, d. h. im Markt der Geschäftsideen, ist nicht alles Gold, was glänzt. Zwischen der Imagebroschüre eines Franchise-Systems und der Realität klaffen mitunter Abgründe. Nach meiner Einschätzung ist ca. 1/3 aller Franchise-Systeme nicht funktionsfähig. Da mögen die Produkte oder die Dienstleistungen zwar noch markt- und wettbewerbsfähig sein. Es gibt jedoch keine klaren Vertriebsprozesse. Es ist kein erfolgreicher Systemvertrieb. Wer als Existenzgründer der Selbstdarstellung eines Franchise-Gebers blind vertraut, der setzt leicht Geldbeträge von 50.000 Euro und mehr in den Sand und verliert ein bis zwei Jahre wertvolle Zeit.

Wie können sich angehende Franchise-Nehmer vor einem nicht funktionsfähigen System und dem damit verbundenen Geld- Totalverlust schützen?

Johannes Schute: Gründungswillige sollten ihre Entscheidung…

Lesen Sie das vollständige Interview unter READERS EDITION…

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Kommentare

  • Claus Fritzsche

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